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Peter Weyers

Weil Applaus nicht reicht

Am 09.07.2021 haben Mitglieder der Linken im Kreis Unna in mehreren Städten eine Mahnwache vor den lokalen Krankenhäusern durchgeführt. Die Initialzündung war eine Sendung von Joko und Klaas über die Mißstände im Gesundheitswesen. In deren Verlauf hatten Beschäftigte im Gesundheitswesen sich gewünscht, dass wir Bürger für sie streiken, weil sie dass eben nicht können, ohne die Patienten alleine zu lassen.

Diesem Wunsch sind wir Linke im Kreis Unna nachgekommen, indem wir eine Mahnwache vor den Krankenhäusern in Unna, Kamen, Werne und Schwerte durchgeführt haben, bei der wir in Schwerte auch von zwei Attacies aus Dortmund unterstutzt worden sind. Vielen Dank dafür.

In mehrstündigen Schichten haben sich viele Genossen und Genossinen eingesetzt und sich in Kamen sogar die ganze Nacht um die Ohren geschlagen.

Unsere beiden Direktkandidaten Rebekka Kämpfe und Andreas Meier waren natürlich auch dabei und haben in mehreren Orten Schichten übernommen.

Es hat sich gelohnt! Die Beschäftigten in den Krankenhäusern haben das Gespräch mit uns gesucht und sich sehr bedankt dafür, dass wir für Ihre Sache eintreten. In Schwerte ist sogar eine Personalvertreterin zu uns gekommen und hat uns gesagt, wie toll sie unsere Aktion findet.

Auch die Patienten auf den Sitzgelegenheiten vor dem Haupteingang und viele Passanten machten in Gesprächen klar, dass sie einige Kritikpunkte haben.

Wir haben die Mahnwache auch genutzt, um zum wiederholten Male Unterschriften zu sammeln für die Volksinitiative "Gesunde Krankenhäuser".

Nachdem in den vergangenen Monaten schon einige Unterschriftensammlungen im Kreis Unna stattgefunden haben, konnte in den vier Städten wieder eine stattliche Anzahl gesammelt werden.

Wir unterstützen die Volksinitiative, weil wir die Landesregierung NRW zwingen wollen, das Thema Krankenhausfinanzierung erneut zu beraten.

Wir fordern:

  • Die vollständige Übernahme der Investitionskosten von Krankenhäusern durch das Land. Dazu ist das Land NRW schon jetzt verpflichtet.
  • Weg von der Profitorientierung hin zu einem gemeinwohl- und patientenwohlorientierten Gesundheitswesen
  • Die Abschaffung der Fallpauschalen. Jede Leistung im Krankenhaus muss kostendeckend bezahlt werden.
  • Keine weiteren Schließungen und Privatisierungen von Krankenhäusern
  • Die Rekommunalisierung von Krankenhäusern
  • Einen auskömmlichen Personalschlüssel auf den Stationen
  • Konsequenzen bei Unterschreitung des Personalschlüssels
  • Flexible Arbeitszeitmodelle für die Beschäftigten
  • Bessere Bezahlung

Die Profitorientierung im Gesundheitswesen nutzt nur den Shareholdern der privaten Krankenhauskonzerne. Um überleben zu können, sind die kommunalen und kirchlichen Krankenhäuser gezwungen, in Teilen genauso zu agieren, die Asklepios, Helios und andere Konzerne.

Im Vordergrund steht nicht mehr das Patientenwohl, sondern der Umsatz und der Gewinn, der pro "Kunde" gemacht wird.

  • Deshalb werden Operationen durchgeführt, deren Nutzen stark angezweifelt werden muss. Nirgendwo werden so viele Hüft- und Knieoperationen durchgeführt, wie in Deutschland.
  • Deshalb werden Abteilungen und Stationen, die defizitär arbeiten, weil die Fallpauschale nicht kostendeckend ist, geschlossen. Das betrifft aktuell Kinderstationen und Kinderkliniken, sodass hier auf Sicht die Grundversorgung massiv gefährdet ist.

Gewinne werden auf Kosten der Patienten und der Beschäftigten gemacht, die in immer größerer Zahl aus dem Beruf ausscheiden, den sie einmal voller Idealismus erlernt und ausgeübt haben.